Heath Ledger & Natalie Portman: Gefährden Psychorollen die Gesundheit?

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Nathalie Portman in "Black Swan"

Viele hoch dekorierte Hollywoodstars spielen wirklich fordernde Rollen, die sie an die Grenzen der Leistungsfähigkeit bringen.

Kurz vor seinem Tod hat Heath Ledger in der „New York Times“ gesagt, dass seine Rolle des Jokers in „The Dark Knight“ ihn so sehr verfolgt hat, dass er Nachts aufgehört hat zu schlafen.

Auch Natalie Portman hat solche Probleme bekommen. In einem aktuellen Interview gab sie zu, dass ihre Rolle einer Balletttänzerin (die ihren Verstand verliert) in „Black Swan“ sie selbst traumatisiert hat.

„Es gab einige Nächte in denen ich dachte ich würde sterben“, sagte Natalie in der Entertainment Weekly. „Es war das erste Mal, dass ich verstand, wie man in eine Rolle so verwickelt wird, dass es dich runterzieht.“

Einige andere Stars haben ähnlich anspruchsvolle Rollen gespielt, wie Christian Bale in „American Psycho“ oder Jack Nicholson in „The Shining“.

Psychiater Christos Ballas, von der Universität Pennsylvania, geht davon aus, dass intensive Charaktere die Gesundheit der Schauspieler gefährden können.

„Es gibt Risiken bei wirklich heftigen Rollen – sie fordern ihren Tribut von dir“, sagte er PopEater. „Das Risiko ist, dass sie die Identität annehmen, die sie spielen. Was oft passiert, sie verändern sich. Du zwingst jemanden, jemand anderes zu werden und willst dann das sie zur Normalität zurückkehren.“

Das kann man sich irgendwie gar nicht so richtig vorstellen, oder? Ich hab immer gedacht, die Leute lernen ihre Texte auswendig, drehen ihre Szenen und fahren Abends wieder ganz normal nach Hause. Aber es gibt Menschen, die diese Erlebnisse auf ihr privates Leben übertragen, sich nicht lösen können von ihrer aufreibenden Rolle.

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Heath Ledger - "Joker"

Heath Ledger konnte zum Beispiel nicht länger als zwei Stunden pro Nacht schlafen, „Mein Körper war erschöpft“ und sein Verstand spielte ihm Streiche. Allerdings kamen diese Aussage gerade während der Promotiontour für einen anderen Film, ein bisschen PR wird sicher auch mit reingespielt haben.

„Schauspielerei ist ein schwieriges Business. Wenn du wirklich ein guter Schauspieler wirst und in die Rolle schlüpfst, willst du dich selbst verlieren. Entweder du hast eine wirklich schwache Identität dich in diese Rolle zu schmeißen, oder du bist stark und erinnerst dich daran zurückzukommen wenn die Rolle vorbei ist.“

Im Gegensatz dazu meistern der Großteil der Schauspieler die Aufgabe sehr gut, weil sie ein starkes Privatleben haben und einen einen entsprechend gefestigten Charakter. Johnny Depp und Robert DeNiro zum Beispiel zählen dazu.

Ich stelle mir gerade vor wie krass das sein muss, wenn der eigene Mann oder die eigene Frau wie von Sinnen Abends nach Hause kommt und noch mitten in ihrer Rolle steckt. Das würde mir persönlich irgendwie Angst machen. o.O

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1 Kommentar

  1. Tres sagt

    Als guter Schauspieler muss man ja darüber nachdenken, was derjenige in dem Moment denkt, um dann entsprechend zu agieren. Ich denke, das macht auch die Glaubwürdigkeit aus.

    Das wird auch – um ein kleines Beispiel zu nennen – ganz gut deutlich, wenn man sich die Audiokommentare zu Eclipse von Kristen Stewart anhört oder auch die Aussage von Christian Serratos über die Anweisungen von David Slade für sie in einer Szene, in der Sie keinen Text hat, aber so aussehen muss, als würde sie genau das Passende denken….usw. usf.

    Dass eine labile Persönlichkeit dann auch wegdriften kann, ist für mich bei stark fordernden Rollen nachvollziehbar.

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