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Internet, Social Media & digitale Kultur

Woher stammt der Begriff Meme?

aktualisiert: 13. September 2026 20:02

Der Begriff Meme stammt aus der Evolutionsbiologie und wurde 1976 von Richard Dawkins in seinem Buch The Selfish Gene geprägt. Gemeint war ursprünglich keine lustige Bildunterschrift aus dem Internet, sondern eine kulturelle Einheit, die sich durch Nachahmung verbreitet. Genau aus dieser älteren Bedeutung erklärt sich auch, warum das Wort heute so gut zur digitalen Netzkultur passt: Inhalte werden kopiert, verändert und weitergereicht.


Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.


Kaum ein Begriff hat in den vergangenen Jahrzehnten einen so auffälligen Bedeutungswandel durchlaufen wie das Wort Meme. Heute denken viele zuerst an virale Bilder, kurze Videos, Running Gags oder pointierte Beiträge auf sozialen Plattformen. Das ist verständlich, denn im Alltag ist das Meme vor allem als Internetphänomen sichtbar. Der Ursprung des Begriffs liegt jedoch deutlich früher und in einem ganz anderen Zusammenhang. Er entstand nicht in einem Forum, nicht auf einer Bildplattform und auch nicht in der Popkultur, sondern in einem wissenschaftlich geprägten Denkmodell zur Weitergabe von Ideen.

Gerade deshalb ist die Frage, woher der Begriff Meme stammt, mehr als eine sprachgeschichtliche Randnotiz. Sie führt mitten hinein in die Geschichte moderner Kulturtheorie, in Debatten über Nachahmung, Verbreitung und Wandel von Vorstellungen. Wer den Ursprung kennt, versteht besser, warum sich der Begriff so stark verselbstständigt hat und weshalb er bis heute sowohl wissenschaftlich als auch alltagssprachlich verwendet wird.

Das Wort verbindet mehrere Ebenen zugleich. Es ist ein Kunstwort mit altgriechischem Hintergrund, ein Begriff aus der Evolutionsbiologie, ein Gegenstand kulturwissenschaftlicher Diskussion und inzwischen ein fester Teil digitaler Umgangssprache. Diese Entwicklung verlief nicht geradlinig. Vielmehr wurde die ursprüngliche Idee immer wieder umgedeutet, vereinfacht, kritisiert und an neue Medienformen angepasst. Genau darin liegt ein Teil seiner Besonderheit: Das Wort Meme beschreibt nicht nur kulturelle Verbreitung, es ist selbst ein Beispiel dafür.

Die Wortschöpfung durch Richard Dawkins

Der Ursprung des Begriffs Meme führt in das Jahr 1976. Damals veröffentlichte der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins sein Buch The Selfish Gene. Darin entwickelte er den Gedanken, dass sich evolutionäre Prozesse nicht nur über Organismen oder Gruppen betrachten lassen, sondern besonders gut aus der Perspektive von Genen. Im letzten Teil des Buches übertrug er diese Denkweise probeweise auf kulturelle Inhalte. Für Ideen, Melodien, Redewendungen, Moden oder Glaubensvorstellungen, die sich von Mensch zu Mensch ausbreiten, suchte er einen kurzen, einprägsamen Begriff. So entstand das Wort Meme.

Dawkins orientierte sich sprachlich am Wort gene. Der neue Begriff sollte ähnlich knapp klingen und zugleich deutlich machen, dass es um kulturelle Weitergabe geht. Als sprachliche Grundlage nannte er das altgriechische mimeme, was sich sinngemäß als etwas Nachgeahmtes oder Nachgeahmtes Gebilde verstehen lässt. Aus diesem längeren Stamm formte er die verkürzte Fassung meme, auch damit die Nähe zu gene erhalten bleibt.

Damit war das Meme zunächst als kulturelles Gegenstück zum Gen gedacht. Es sollte beschreiben, wie sich bestimmte Inhalte durch Imitation verbreiten, im Gedächtnis halten und weiterentwickeln. Entscheidend ist: Der Begriff entstand nicht als Beschreibung für Humor im Netz, sondern als Modell, um kulturelle Übertragung in einer biologisch inspirierten Sprache zu fassen.

Was Dawkins ursprünglich mit einem Meme meinte

In seiner ersten Verwendung war das Meme kein einzelnes Dateiformat, kein Witzbild und kein viraler Post. Gemeint war vielmehr jede kulturelle Einheit, die sich durch Weitergabe vervielfältigt. Dazu zählte Dawkins etwa Melodien, Ideen, Schlagworte, Kleidungsstile, Techniken oder religiöse Vorstellungen. Der gemeinsame Nenner lag nicht im Inhalt, sondern in der Art der Verbreitung. Ein Meme verbreitet sich, weil Menschen es übernehmen, erinnern, wiederholen oder leicht verändert weitergeben.

Aus dieser Sicht ähnelt ein Meme einem Muster mit hoher Ansteckungskraft im kulturellen Raum. Manche Inhalte bleiben über Generationen erhalten, andere verschwinden schnell. Manche verändern sich bei jeder Weitergabe, andere bleiben erstaunlich stabil. Die eigentliche Pointe der Wortschöpfung bestand darin, Kultur nicht nur als Sammlung von Werken oder Überzeugungen zu verstehen, sondern auch als Prozess ständiger Reproduktion.

Diese Grundidee half, scheinbar alltägliche Vorgänge anders zu betrachten. Ein Sprichwort, das über Jahrzehnte überliefert wird, kann ebenso als Meme verstanden werden wie eine Melodie, die sich über Ländergrenzen hinweg verbreitet. Auch Rituale, Gesten oder populäre Formulierungen lassen sich so beschreiben. Das macht deutlich, wie weit die ursprüngliche Bedeutung gefasst war.

Altgriechische Wurzeln und sprachliche Entwicklung

Sprachlich ist der Begriff besonders interessant, weil er modern und alt zugleich wirkt. Das Wort Meme wurde zwar im 20. Jahrhundert neu geschaffen, lehnt sich aber an einen altgriechischen Stamm an. Diese Herleitung ist kein bloßer Schmuck, sondern prägt das Verständnis des Begriffs bis heute. Im Kern steckt die Vorstellung der Nachahmung. Genau darin liegt die Brücke zwischen antiker Sprachwurzel und moderner Medienrealität.

Nachahmung ist schließlich eine der ältesten kulturellen Techniken überhaupt. Menschen lernen durch Wiederholung, übernehmen Ausdrucksweisen, kopieren Erzählmuster und greifen auf bekannte Bilder zurück. Dass Dawkins für seine Wortbildung gerade diesen Gedanken aufnahm, war folgerichtig. Das Meme sollte nicht einfach nur eine Idee bezeichnen, sondern eine Idee in Bewegung, also eine, die von einem Kopf in den nächsten gelangt.

Hinzu kommt der Klang des Wortes. Meme ist kurz, leicht merkbar und international gut verwendbar. Genau diese Form dürfte mit dazu beigetragen haben, dass sich der Begriff weit über seinen ursprünglichen Fachkontext hinaus verbreitet hat. Sprachlich besitzt er jene Prägnanz, die oft Voraussetzung dafür ist, dass ein Ausdruck selbst Karriere macht.

Vom wissenschaftlichen Denkmodell zur Memetik

Nach der Prägung des Begriffs griffen verschiedene Autorinnen und Autoren die Idee auf und versuchten, daraus eine umfassendere Lehre kultureller Verbreitung zu entwickeln. Daraus entstand die sogenannte Memetik. Sie wollte erklären, wie sich kulturelle Inhalte ähnlich wie Replikatoren verhalten, also wie sie sich kopieren, variieren und behaupten. In dieser Sichtweise stehen nicht nur Menschen als handelnde Wesen im Mittelpunkt, sondern auch die Verbreitungsdynamik der Inhalte selbst.

Die Memetik gewann vor allem in den 1990er Jahren Aufmerksamkeit. Sie faszinierte, weil sie ein eingängiges Modell für Kulturwandel anbot. Gleichzeitig blieb sie umstritten. Kritiker bemängelten, dass sich Meme im wissenschaftlichen Sinn schwer eindeutig bestimmen lassen. Anders als Gene sind sie nicht klar abgrenzbar, nicht messbar im selben Sinn und oft stark vom sozialen Zusammenhang abhängig. Wo beginnt ein Meme, wo endet es, und wann handelt es sich nur noch um eine Variation? Solche Fragen ließen sich nie vollständig klären.

Trotz dieser Einwände wirkte die Grundidee weiter. Auch wenn die Memetik als strenge Theorie nicht in allen Disziplinen Fuß fasste, blieb das Wort Meme attraktiv. Es bot eine griffige Bezeichnung für kulturelle Weitergabe und konnte an neue Medienentwicklungen anschließen. Gerade dadurch löste es sich zunehmend aus dem engeren wissenschaftlichen Ursprung.

Wie aus dem Meme ein Internet-Meme wurde

Mit dem Aufstieg digitaler Kommunikation bekam der Begriff eine neue, heute weithin bekannte Bedeutung. Im Internet wurden als Meme zunehmend Inhalte bezeichnet, die sich rasch verbreiten, vielfach kopiert und oft kreativ verändert werden. Dazu gehören Bild-Text-Kombinationen, kurze Clips, Reaktionsbilder, Slogans, Challenges oder wiedererkennbare Schablonen für Witze und Kommentare.

Diese moderne Verwendung ist keine völlige Abkehr vom Ursprung, sondern eher eine Zuspitzung. Internet-Memes funktionieren nach genau jener Logik, die Dawkins einst beschreiben wollte: Sie werden übernommen, angepasst und weiterverbreitet. Der Unterschied liegt im Medium und in der Geschwindigkeit. Was früher über Gespräche, Bücher, Rituale oder Unterricht zirkulierte, kann heute binnen Stunden millionenfach sichtbar werden.

Zugleich hat sich der Ton verändert. Im Netz ist ein Meme häufig humorvoll, ironisch oder kommentierend. Es reagiert auf aktuelle Ereignisse, spielt mit Vorwissen und lebt von Wiedererkennbarkeit. Ein Bild wird nicht nur kopiert, sondern in immer neuen Varianten verwendet. Gerade diese Mischung aus Wiederholung und Abwandlung macht das Format so anschlussfähig.

Warum sich der Begriff so stark verbreitet hat

Der Erfolg des Wortes Meme lässt sich nicht allein mit sozialer Mediennutzung erklären. Es trifft einen Kern kultureller Praxis sehr präzise. Menschen greifen Bekanntes auf, formen es um und setzen es in neue Zusammenhänge. Das geschieht in Witzen ebenso wie in politischen Debatten, in Fan-Kulturen ebenso wie in Werbung und Alltagskommunikation. Der Begriff liefert dafür eine knappe und sofort verständliche Bezeichnung.

Hinzu kommt, dass Meme nicht nur Inhalte beschreiben, sondern auch soziale Zugehörigkeit sichtbar machen. Wer ein bestimmtes Meme versteht, erkennt oft zugleich den Kontext, aus dem es stammt. Es geht dann nicht nur um einen Witz, sondern auch um geteiltes Wissen, Gruppencodes und kulturelle Feinabstimmung. Das hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Begriff weit über wissenschaftliche Kreise hinaus bekannt wurde.

Ein weiterer Grund liegt in der Offenheit des Wortes. Meme kann streng theoretisch gebraucht werden, locker umgangssprachlich oder medienkritisch. Gerade weil die Bedeutung nicht völlig starr ist, blieb der Begriff anpassungsfähig. Diese Beweglichkeit machte ihn dauerhaft brauchbar.

Missverständnisse rund um den Ursprung des Begriffs

Weil Meme heute fast automatisch mit dem Internet verbunden werden, entsteht leicht der Eindruck, der Begriff sei erst im digitalen Zeitalter entstanden. Das ist nicht der Fall. Die Wortschöpfung stammt aus den 1970er Jahren und ist deutlich älter als soziale Netzwerke, Bildboards oder Messenger-Kultur. Das Internet hat dem Begriff enorme Reichweite verschafft, es hat ihn aber nicht erfunden.

Ebenso verkürzt ist die Annahme, Meme seien von Anfang an auf lustige Bilder beschränkt gewesen. Der ursprüngliche Begriff war viel weiter. Er konnte eine Idee, eine Melodie, einen Brauch oder eine Formel bezeichnen. Das Internet-Meme ist also nur eine Unterform innerhalb einer breiteren Grundvorstellung kultureller Nachahmung.

Auch die Gleichsetzung mit bloßem Kopieren greift zu kurz. Ein Meme lebt oft gerade davon, dass es bei jeder Weitergabe verändert wird. Manche Varianten setzen sich durch, andere bleiben randständig. In diesem Wechselspiel aus Wiederholung und Variation zeigt sich die Nähe zum evolutionären Denken, aus dem der Begriff hervorging.

Das Meme zwischen Wissenschaft, Alltag und Netzkultur

Heute bewegt sich der Begriff auf mehreren Ebenen gleichzeitig. In der Alltagssprache meint er meist ein virales Internetformat. In wissenschaftlichen Zusammenhängen kann er weiterhin allgemeiner verwendet werden, etwa für kulturelle Reproduktion durch Nachahmung. In medienkritischen Diskussionen dient er zudem als Werkzeug, um Aufmerksamkeit, Viralität und digitale Symbolsprache zu beschreiben.

Gerade diese Mehrdeutigkeit sorgt dafür, dass das Wort lebendig bleibt. Es kann mit einer engen oder einer weiten Bedeutung verwendet werden, je nach Zusammenhang. Das ist kein Mangel, sondern ein Hinweis auf seine Entwicklungsgeschichte. Der Begriff hat seinen Ursprung in einer Theorie, wurde dann von öffentlichen Debatten aufgenommen und schließlich von der Netzkultur neu geprägt.

Darin zeigt sich ein bemerkenswerter Kreis. Das Meme bezeichnet kulturelle Muster, die sich verbreiten und verändern. Zugleich ist das Wort Meme selbst genau auf diese Weise gewandert: von der Biologie in die Kulturtheorie, von dort in Mediendebatten und schließlich in den digitalen Alltag. Kaum ein anderer Ausdruck demonstriert seine eigene Logik so anschaulich.

Fazit: Ein wissenschaftlicher Begriff mit digitalem Eigenleben

Die Frage, woher der Begriff Meme stammt, lässt sich klar beantworten: Er wurde 1976 von Richard Dawkins in The Selfish Gene geprägt und geht auf eine altgriechisch inspirierte Wortbildung zurück, die Nachahmung ins Zentrum stellt. Ursprünglich meinte das Wort eine kulturelle Einheit, die sich durch Imitation verbreitet. Erst viel später wurde daraus der geläufige Ausdruck für virale Inhalte im Internet.

Gerade diese Entwicklung macht den Begriff so interessant. Meme ist kein bloßes Netz-Schlagwort, sondern ein Ausdruck mit wissenschaftlicher Herkunft und überraschend großer Reichweite. Sein Weg zeigt, wie Wörter ihre Bedeutung verändern, wenn sich Medien, Lebenswelten und kulturelle Gewohnheiten verschieben. Was als theoretische Bezeichnung begann, wurde zum festen Bestandteil digitaler Alltagssprache.

Wer den Ursprung des Wortes kennt, erkennt auch den Zusammenhang zwischen alter und neuer Bedeutung. Das heutige Internet-Meme ist keine völlige Neuerfindung, sondern die sichtbarste moderne Form einer älteren Idee: Kulturelle Inhalte verbreiten sich, weil sie aufgegriffen, nachgeahmt und verändert werden. Genau darin liegt der rote Faden von den ersten Überlegungen Dawkins’ bis zur heutigen Netzkultur. Der Begriff Meme erzählt damit nicht nur etwas über Sprache, sondern auch über die Art, wie Kultur überhaupt weiterlebt.

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