Deutsche Promis sind Opfer von Fake-Werbung

Immer wieder lachen Dieter Bohlen, Günter Jauch oder Thomas Gottschalk auf diversen Internetseiten, die versprechen, innerhalb kürzester Zeit den großen Gewinn machen zu können. Die Prominenten werben natürlich nicht für diese fragwürdigen (und kriminellen) Systeme, sondern werden hier nur benutzt, damit die Cyberkriminellen den Gutgläubigen leichter das Geld aus den Taschen ziehen können.

Fakt ist: Wenn etwa Lena Meyer-Landrut, Herbert Grönemeyer, Dieter Bohlen oder auch Yvonne Catterfeld davon berichten, mit einem auf Bitcoin basierenden System so richtig viel Geld gemacht zu haben, so sollte man unbedingt die Finger davon lassen – hinter der Fake-Werbung stecken nämlich Betrüger, die nur ein Ziel verfolgen: Mit dem Geld, das man von den Anlegern bekommt, ein schönes Leben aufzubauen – der Erfolg des Anlegers, der jedoch auf der Internetseite beworben wird, tritt nie ein.

Warum Kriminelle mit prominenten Gesichtern werben

Nein, Thomas Gottschalk  hat nicht seine TV-Karriere beendet. Der legendäre „Wetten, dass…?“-Moderator hat auf keiner Finanzplattform in Bitcoin investiert und sodann hohe Gewinne verbucht. „Ich habe mir gedacht, ob die wahnsinnig sind. Du bist echt fassungslos, weil das wirklich professionell aussieht“, so Gottschalk selbst.

Günter Jauch konnte es zu Beginn ebenfalls nicht glauben, als er eine Werbung mit seinem Gesicht im Netz gefunden hat. Der Moderator von „Wer wird Millionär“ soll ein finanzielles Schlupfloch gefunden haben und heute so richtig viel Geld verdient haben. Problematisch mag hier – das hat bereits Thomas Gottschalk angesprochen – die Professionalität sein, mit der hier gearbeitet wird. Denn letztlich vermitteln Prominente das Gefühl von Sicherheit – warum sollten Jauch oder Gottschalk für schlechte Produkte werben, die nicht funktionieren oder gar betrügerische Systeme gutheißen?

Ist man also unsicher, so beispielsweise, ob Bitcoin Code Betrug ist, so mag es ratsam sein, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Hier helfen etwa Test- wie Erfahrungsberichte weiter.

Das Geld ist in 99 Prozent aller Fälle weg

Zu Beginn geht es um den Köder: Auf Facebook (oder per E-Mail) findet man eine Werbeanzeige mit einem bekannten Gesicht. Nachdem der User auf die Anzeige geklickt hat, wird er auf einen pseudojournalistischen Artikel weitergeleitet. Hier wird der Eindruck erweckt, man würde sich auf einem seriösen Portal befinden. In dem Artikel findet sich sodann der Link zu dem erfolgversprechenden Produkt. Gelangt der Nutzer dann auf die Plattform, soll sodann das erste Mal Geld überweisen werden. Denn ohne Investition kann man ja nicht reich werden – das sagen zumindest die Macher hinter den betrügerischeren Plattformen. 

Das Geld, das man hier investiert, ist am Ende weg. „Es ist ein furchtbares Gefühl, dass eine Person wegen meinem Foto einen Euro verloren hat, nur weil geglaubt wurde, was der Gottschalk kann, das kann ich auch“, so Thomas Gottschalk.

Laut aktuellen Schätzungen liegt der Schaden für die Verbraucher zwischen 200 Euro und 100.000 Euro – und das pro Person. Aufgrund der Tatsache, dass die Webseitenbetreiber kaum ausfindig gemacht werden, ist das Geld in fast allen Fällen weg. Denn das investierte Geld wird innerhalb von Sekunden auf verschiedene Konten transferiert, sodass die Ermittlungsbehörden keine Nachverfolgungen anstellen können. „Es ist das erste Mal, dass ich machtlos zusehen muss, wie man mit meinem Namen ein Verbrechen begeht“, so Gottschalk.

Wie erkennt man betrügerischere Webseiten?

Natürlich geht es um die Frage, wie man sich schützen kann. Ratsam ist, zu Beginn immer einen Blick auf das Impressum zu werfen. Gibt es eine „ladungsfähige Anschrift“? Das heißt, das Impressum sollte auch auf die Richtigkeit überprüft werden – das heißt, findet Google überhaupt die angegebene Adresse? In weiterer Folge sollte man einen Blick auf im Netz zu findende Test- wie Erfahrungsberichte werfen. Stellt man nach wenigen Augenblicken fest, dass es ausschließlich negative Berichte gibt, so ist es wichtig, die Finger davon zu lassen.

Ganz egal, wie vielversprechend das System auch sein mag und welche Promis dafür „werben“ – gibt es Hinweise, dass es sich um Betrug handelt, so sollte man keinen einzigen Cent einbezahlen.